translate this site:   translate.google.com |

Maria Hilf
  Weihnachtsmärchen

home / Startseite | Weihnachtsgeschichte | Weihnachtsgeschichte 2 | Meditation | Links, Marienwebsites weltweit


das kleine Licht
Das kleine Licht


Es war einmal ein kleiner Junge. Der hatte keine Eltern mehr und die Großeltern, die noch für ihn sorgten, waren schon sehr alt und konnten nicht mehr mit ihm spielen, weil sie keine Zeit dazu hatten.
Der Junge war nicht so stark und hatte nicht soviel Geld zum Ausgeben wie seine Altersgenossen, er war immer ein wenig traurig und deshalb mochten sie nicht gerne mit ihm spielen. Sie lachten ihn aus, machten ihre Späße mit ihm und schlugen ihn bisweilen. Der Junge wurde daraufhin immer trauriger und die Welt wurde für ihn immer trostloser und hatte keine helle Seite mehr für ihn.
Eines Tages, als er wieder ganz traurig umherhing, begegnete ihm ein alter Mann. Der Mann hatte weißes Haar, sehr gütige Augen und trug in seiner Hand ein kleines Licht.
Wie nun der traurige kleine Junge den alten Mann sah, grüßte er ihn freundlich und wollte mit gesenktem Kopf weitergehen. Der alte Mann freute sich aber sehr, daß er so freundlich gegrüßt wurde und dankte dem Jungen. Er fragte ihn auch, warum er so traurig des Weges daherkomme. Daraufhin klagte der kleine Junge mit schluchzender Stimme sein Leid: daß er dauernd von seinen Schulkameraden verlacht und verstoßen werde, ihn niemand verstehe und sein Leben sehr traurig sei.
Der alte Mann hörte still und verständnisvoll zu und als der Junge sich ganz ausgesprochen hatte, sagte der alte Mann nichts weiter, sondern gab ihm nur das kleine Licht in die Hand, das er bei sich trug, mit dem Auftrag, es immer gut zu behüten und jeden Menschen, den er in einer ähnlichen Lage antreffe, wie er jetzt sei, dieses Licht weiterzugeben.
Sobald der kleine Junge aber das Licht in Händen hielt, vergaß er allen Kummer und alles Leid. Er wurde mit tiefer Freude und großem Glück erfüllt. Er fühlte sich wohlig und geborgen. Mit großer Freude im Herzen bedankte er sich bei dem alten Mann und ging als ein sehr glücklicher kleiner Junge nach Hause.
Die ersten Tage erinnerte er sich noch sehr gut an das, was ihm der alte Mann gesagt hatte und er gab an alle traurigen Menschen, denen er begegnete, das Licht weiter. Und siehe, das Licht vermehrte sich auf wunderbare Weise: immer wenn er das Licht weitergegeben hatte, hielt er schon wieder ein neues wärmendes Licht in der Hand.
Mit der Zeit betrachtete er aber das Licht als sein Eigentum und wollte es nicht mehr verschenken; es wurde ihm zu kostbar, weil er merkte, wie wohltuend es seinem Herzen war. Da wurde jedoch das Licht immer kleiner und es strahlte keine Wärme mehr aus. Als er wieder einmal an einem traurigen Menschen vorbeigegangen ist, ohne ihm sein Licht zu schenken, verlosch es ganz und er hatte nur mehr Asche in der Hand, mit der er nichts anderes mehr tun konnte, als sie fallen zu lassen.
So wurde die Welt und sein Leben wieder düster, kalt und traurig für ihn und alles war schlimmer als je zuvor. Eines Tages, als er wieder einmal von allen Kindern verstoßen und verlacht worden war und keiner da war, der ihn hätte trösten können, erinnerte er sich wieder an den gütigen alten Mann.
Da machte er sich auf, ihn zu suchen. Er mußte sehr lange suchen und als er schon ganz erschöpft war und überlegte, ob er nicht die Suche aufgeben sollte, da alles so vergeblich schien, siehe, da kam der alte Mann ihm entgegen, mit dem heißersehnten Lichtlein in der Hand.
Da stürzte der Junge auf ihn zu, umklammerte seine Füsse und bat ihn unter Tränen, ihm das kleine Lichtlein wieder zu geben. Der alte Mann sah dem kleinen Jungen lange und tief in die Augen. Da verstand der Junge, weshalb sein Licht erloschen war und bat den alten Mann um Verzeihung.
Dieser gab ihm nun erneut sein Licht und ließ den glücklichen kleinen Jungen wieder von dannen ziehen. Jetzt hatte der Junge begriffen und er gab jeden Menschen, der dieses wunderbaren Lichtes bedürftig war, sein Licht. Und immer wieder erneuerte es sich auf seltsame Weise in seiner Hand.
Das Licht strahlte von mal zu mal heller, und der Junge war ganz erfüllt von diesem Licht und begann nun sogar die Menschen zu suchen, denen er sein Licht schenken konnte. Es machte ihm zwar sehr viel Mühe, aber die Freude und das Glück, das er dabei empfand, wog seine Mühe doppelt und dreifach auf.
Die Welt, die dem Jungen vorher düster vorkam und traurig erschien, war jetzt voller Licht: sie wurde hell von den vielen Menschen, die das kleine Licht trugen und es an andere weiterschenkten. Und große, wohlige Wärme erfüllte die Welt.

(Anmerkung: je nach Zuhörer, kann man auch 'kleines Mädchen' anstelle 'Junge' und 'gütige alte Frau' anstelle 'alter Mann' lesen)                                       © 12.1976 Martin Gmelch


home / zurück                                                 Weihnachtsgeschichte