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Maria Hilf
  Ave Maria - Weihnachtsgeschichte

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Br. Berthold erwacht aus dem Wachkoma

In einem Kloster in unserer Zeit geht in der Gemeinschaft seiner Brüder Br. Berthold froh und fleißig seiner täglichen Arbeit nach. Es war ein Tag wie jeder andere; nach Beendigung seiner Arbeit macht er sich auf, um sich für das gemeinsame Chorgebet frisch zu machen. Da fühlte er einen Stich, wie von einem Insekt, an seinem Hals. Es dauerte weniger als eine Minute, dann wurde ihm schwarz vor den Augen, er stürzte und blieb bewußtlos liegen. Ein ebenfalls zum Gebet eilender Mitbruder fand ihn, versuchte ihm zu helfen, rief Mitbrüder zu Hilfe, rief den Notarzt an. Dieser konnte, obgleich schon Atmung und Herzfunktion nicht mehr spürbar war durch Wiederbelebungsmaßnahmen die Körperfunktionen zurückgewinnen, nicht aber das Bewußtsein.
Br. Berthold befindet sich seither im Wachkoma. Die Pflege seiner Mitbrüder ist ohne Tadel, aber sein Zustand bessert sich auch nach langer Zeit nicht merklich. Seine Mutter, reich an Jahren besucht ihn in einer für sie weiten und beschwerlichen Reise. Erschüttert steht sie am Bett ihrers Sohnes, der mit einem seltsamen Lächeln zwischen den Welten, zwischen Leben und Tod dahindämmert. Sie faßt ihn bei der Hand spricht zu ihm, bittend, manchmal verzweifelnd. Nach einer langen Zeit der Zwiesprache, die nur ihr Ohr gehört hat, geht sie mit dem Gefühl der Verzweiflung in die Marienkapelle, die sie mit ihren Sohn so oft besucht hat. Diesmal fiel ihr das Beten schwer. Von Mutter zu Mutter rief sie stammelnd mit lautloser Stimme: 'Maria hilf, Maria hilf doch mir, ... Maria hilf doch meinen Buben, ... Du kannst mir doch helfen, ... Du bist es ja, die helfen kann! ...'
Die Wochen und Monate ziehen dahin; Freunde aus der Blaskapelle, in welcher Br. Berthold mitspielte, haben es sich zur Gewohnheit gemacht, ihn regelmäßig zu besuchen und einer spielte ihm, während seine Mitbrüder beim Chorgebet weilten, mit dem Tenorhorn, seinem Instrument, frohe Melodien vor, Lieder, die er oft und oft in froher Runde vor glücklichen Menschen mit ihnen gespielt hat. Ebenfalls immer regelmäßiger kam eine junge Frau aus der Oberkrainer Gruppe, in der er ebenfalls mitgespielt hat und ließ an seinem Bett Lieder mit der Gitarre erklingen. Die Melodien, die sie ihm auf der Gitarre vorspielte, wurden mit der Zeit immer inniger, Liebeslieder sind es, und sie singt dazu mit bewegter Stimme. Seltsam ist ihr zumute, hier in einer Klosterzelle, vor einem völlig verkrampften Körper mit einem seltsamen Lächeln auf dem Gesicht, wie aus einer anderen Welt. Aber winzige Augen- und Kopfbewegungen verraten es schon, der Geist beginnt sich langsam, sehr langsam zu erneuern.
Weitere Wochen und Monate ziehen ins Land, es wird Weihnachten. Am Heilig Abend haben sich Br. Berthold's Freunde verabredet, um ihm eine Weihnachtsfreude zu machen: die Gruppe der Bläser spielt in verhaltenem Piano Advents- und Weihnachtslieder. Zu Beginn - nicht ohne dem tiefsten Wunsch ihres Herzens: 'Wachet auf, ruft uns die Stimme' und zum Schluß 'Stille Nacht, heilige Nacht', in das die anwesenden Freunde und Mitbrüder, die gerade vom Chorgebet kamen, bewegt miteinstimmten.
Die Gitarre, die Br. Berthold oft und oft in seiner Freizeit mal froh, mal traurig erklingen hat lassen, nahm nun die junge Frau in die Hand. Zuerst ließ sie fliesende Arpreggio's erklingen, dann Weihnachtsweisen aus dem Alpenland. Nach einer Weile nahm sie sich allen Mut zusammen und ließ erstmals ein Lied erklingen, das sie selber getextet und komponiert hat, ein Lied, in das sie ihr ganzes Gottvertrauen und vorauseilenden Dank hineingelegt hat. Mit dem ganzen Mut ihres jungen Herzens begann sie das Lied: die Melodie erweckte, aus tiefen Tönen beginnend, über Gipfel und durch Täler schweifend, immer höher werdend, eine Stimmung festen Vertrauens und des Dankes, um dann im Refrain jeder Stropfe mit einem wiederholenden Ave, Ave, Ave Maria zu verklingen.
Das Mädchen sang das Ave Maria so innig und selbstvergessen, daß sie ebensowenig wie die anwesenden Freunde bemerkte, wie ein kaum merkliches Zittern durch den Körper von Br. Berthold ging, ein Zittern der Augenwimpern, das Schließen und Öffnen der bislang verkrampften Augenlieder, wie sich die Lippen bewegten, der Mund sich öffnete, sich wieder schloß. Als das Mädchen in dem Raum, in dem man die Stille mit Händen hätte greifen können, in einem verhallenden Pianissimo das Ave Maria beendet hatte und sie noch selbst den Klang des letzten Akkords nachhorchte, vernahm sie ein leises, schwaches Klatschen, aber nicht hinter ihr, wo die Freunde aus den Musikgruppen und die Mitbrüder standen, sondern vor ihr, aus dem Bett heraus. Sie öffnete ihre hingebungsvoll geschlossenen Augen und sah Br. Berthold mit wachen, seltsam glänzenden Augen ihr dankbar zulächeln.
Zuerst erschrack sie, aber als sie das Klatschen hinter ihr vernahm, erfüllte sich der ganze Raum mit unsäglicher Freude: der Freude von Br. Berthold, daß er wieder am Leben teilhaben durfte, der Freude des Mädchens, daß ihr Lied gefallen hat und sie helfen durfte, und der Freude der Freunde und Mitbrüder von Br. Berthold, die ihn aufrichtig mochten. Sie umarmten sich mit dankerfüllten Herzen und wünschten sich: 'Frohe Weihnachten', 'Frohe Weihnachten'! Immer neu, immer freudiger erklang der Ruf im Kreis der Anwesenden und durch das ganze Haus, sie fielen sich um den Hals, erdrückten Br. Berthold fast mit ihrer Freude. Dieser jedoch hatte die Augen fest auf das Mädchen gerichtet und das Mädchen spürte in ihrem Herzen, was er ohne Worte zu ihr sagte.

Nachruf für Br. Bertold


Maria-Hilf


 
  Ave Maria

Freudig komm' ich zu Dir,
Mutter uns' res Herrn,
neigtest meinem Flehen
gnädiglich Dein Ohr
    Ja, Du Mutter Gottes bittest ja für uns
    d'rum sing' ich Dir dies' Ave,
    sing' es immerzu:
    Ave, Ave, Ave Maria, Maria
   

Ging' so viele Wege,
manche waren schwer,
Du nahm'st an der Hand mich,
führtest mich zu Dir
    Ja, Du Mutter Gottes bittest ja für uns
    d'rum sing' ich Dir dies' Ave,
    sing' es immerzu:
    Ave, Ave, Ave Maria, Maria
   

Hab' nach Dir gerufen,
hab' zu Dir gefleht,
Du hast meine Bitten
mütterlich gehört
    Ja, Du Mutter Gottes bittest ja für uns
    d'rum sing' ich Dir dies' Ave,
    sing' es immerzu:
    Ave, Ave, Ave Maria, Maria

Text, Melodie u. mehrstimmiger Satz: anhören   © 1995 Martin Gmelch

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